„Achtung Ölspur“ – noch „normaler Einsatz“ oder schon „Missbrauch“?

Sobald die Sonne an Wochenenden oder in den warmen Sommer- und Ferienmonaten lacht, schwärmen bekanntlich allerorts die Zweiradfahrer zu ihren kleineren und größeren Touren aus. So vielfältig wie das Portfolio der sich dabei auf dem Markt befindlichen Motorräder, sind auch die Intentionen deren Fahrer hinsichtlich ihrer Fahrweise.

Dort, wo auf kurvigem Geläuf eines motivierten Streckenplaners oder einer ausrangierten Berg-/Naturrennstrecke das eigentliche Fahren allzu oft mit kostenlosen Rennstreckentraining und mehr oder weniger hirnlosem Heizen verwechselt wird, regt sich schnell der Unmut etwaiger Anwohner bzw. unbeteiligter Verkehrsteilnehmer, Blitzer-/Unfallstatistiken rufen die Ordnungshüter und Ämter auf den Plan und der Amtsschimmel darf lustig drauflos wiehern. Tempolimits, ausgefräste Mittelstreifen, Rüttelstreifen quer auf der Fahrbahn oder gar Streckensperrung – das kennt man ja bisher als Mittel zum Zweck aus den Reihen der Verkehrsministerien.

Zusammengeklappte, fest montierte Warnbeschilderung, B14 Gemarkung Sulzbach a.d. Murr

Zusammengeklappte, fest montierte Warnbeschilderung, B14 Gemarkung Sulzbach a.d. Murr

Bei Ausfahrten im Schwäbisch-Fränkischen Wald, genauer gesagt auf der Bundesstraße 14 zwischen Sulzbach a.d. Murr und Mainhardt (siehe Link), fiel mir allerdings schon immer eine fast schon inflationäre Schilderflut auf. Die fahrerisch schöne Strecke mit ihren knackigen Kurven und passablem Belag ist sehr beliebt bei der Knieschleiferfraktion. Tempolimits zügeln den Sturm und Drang der befahrenden Vier- und Zweiräder. Deren Berechtigungsgrundlage soll hier aber nicht Thema sein. Mir geht es um etwas anderes: und zwar die regelmäßig auftauchenden „ACHTUNG, Ölspur“ – Schilder! Kennt man, gerade in ländlichen Gebieten, als temporär aufgestellte mobile Beschilderung, die nach ein paar Wochen wieder entfernt wird. Nicht so hier – hier begegnen einem fest einbetonierte Rohrpfosten mit fest verschraubter Warnbeschilderung!

Die Abschlusstour der diesjährigen Saison führte mich just wieder auf besagte B14 und ich nahm mir mal die Zeit, die Beschilderung in Augenschein zu nehmen. An den einbetonierten Rohrpfosten waren Schilder angebracht. Aber ein findiger Bastler der zuständigen Ämter hatte sich richtig austoben dürfen und – siehe da – die Dauerbeschilderung ist sogar klappbar ausgeführt!! Die Saison ist mehr oder weniger vorbei, nasses Wetter, tiefe Temperaturen und Laubmatsch auf den Straßen hat das Verkehrsaufkommen von Zweirädern gegen Null sinken lassen. Damit dürfen auch die Warnschilder in ihre scheinbar verdiente Winterpause.

aufgeklapptes Warnschild

aufgeklapptes Warnschild „Ölspur“ an der B14, Gemarkung Sulzbach a.d. Murr *NUR FÜR DIESES FOTO BEI KEINEM VERKEHR KURZ GEÖFFNET!! *

Der abgezielte Effekt der Beschilderung ist klar – Ölspuren gehören zu den gefährlichsten Vorkommnissen für den Fahrer eines Einspurfahrzeuges (natürlich auch für Mehrspurfahrzeuge…). Entsprechend soll also scheinbar durch Angst den gegebenen Tempolimits Nachdruck verliehen werden. Das klappt sicherlich auch bei den ortsfremden Bikern.

Welchen Effekt erzielt man aber bei den lokalen Bikern, deren Hausstrecke den genannten Abschnitt beinhaltet? Steht dort tagein-tagaus ein Warnschild ohne wirkliche Berechtigung, stumpft das den Fahrer nicht ab? Nimmt er entsprechende Warn- und Hinweisschilder noch ernst, wenn es wirklich zu einem Vorfall kommen sollte? Ich halte diese Vorgehensweise für extrem gefährlich und nicht wirklich zu Ende gedacht. Hier wird, meiner Meinung nach, fast mit der Gesundheit und dem Leben aller Verkehrsteilnehmer gepokert.

Mich würde Deine/Eure Meinung dazu interessieren. Gern könnt ihr einen  Kommentar hinterlassen oder das Thema auch in eure Foren etc. hineintragen – ein Feedback hier würde mich aber schon interessieren.

Grüße, Moto-Ryker

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Eine Antwort zu “„Achtung Ölspur“ – noch „normaler Einsatz“ oder schon „Missbrauch“?

  1. Also ich bin sofort alarmiert, wenn ich so ein Schild sehe. Denn ich rechne dann wirklich mit ner gefährlichen Situation. Allerdings gab es auch schon Momente, in denen ich dann feststellen musste: Da ist doch gar nix. Scheisse, die mir sehr gut bekannte tolle Kurve war fürn Arsch. Trotzdem stell ich mich immer weiter bei so etwas darauf ein, gehe also deutlich vom Gas und in Kurven langsamer und daher nahezu aufrecht. Ich riskier lieber gar nix, darüber ärgern geht schneller vorbei als die Folgen bei nem Unfall deswegen.
    Wenn es jetzt klappbare Schilder gibt, dann hegt sich bei mir zweierlei Verdacht.
    1. Man kann die schön aufklappen, wenn wieder Hochsaison ist um Verkehrsteilnehmer auszubremsen, was ein no go wäre und in meinen Augen daher Missbrauch.
    2. Es gibt evtl. Stellen, wo tatsächlich gehäuft ne Ölspur auftritt und daher es angebracht ist gesteckte oder auch fest klappbare Schilder aufzustellen. Wenn dann die Landwirte auch aus ihrer Saison raus sind, dann könnte man es ja wieder wegklappen/abbauen, da keine (gehäufte) Gefahr mehr besteht.
    ABER: Wenn Schilder aufgrund 2. aufgestellt werden, weils da gehäuft ist, warum verdammt nochmal wird den Verursachern nicht an den Karren gefahren, die Spur verfolgt und eine Reinigung der Fahrbahn nebst Bußgeld aufgedrückt? Warnen ok, aber dann bitte auch Symptome bekämpfen!

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